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29.08.2009
Altersvorsorge in Deutschland: Studie gibt interaktiven Überblick

Das Forschungszentrum Generationenverträge stellte jüngst die Studie „Vorsorgeatlas Deutschland“ vor. Die Studie versucht erstmalig, den Altersvorsorgestatus der deutschen Bevölkerung zwischen 20 und 65 Jahren möglichst vollständig und vor allem regional abzubilden. Die in Kartenform dargestellte Auswertung unterscheidet dabei nach Geschlecht, Einkommen und Alter.

 

Die Untersuchung zeigt, dass in der durchschnittlichen Gesamtbetrachtung die Altersvorsorge der Deutschen auf einem soliden Fundament steht. Diejenigen

mit Ansprüchen in den ersten beiden Schichten (Gesetzliche Rentenversicherung

[GRV], Beamtenversorgung (BV) und Berufsständische Versorgung [BSV], betriebliche Altersversorgung [bAV], Riester und Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes [ZöD]) können in 56 Prozent der Fälle bereits ohne Berücksichtigung der

Alterseinkommen aus Schicht 3 (Geld und Immobilienvermögen) ein Versorgungsniveau erreichen, das die Fortführung der gewohnten Lebenshaltung im

Alter ermöglicht.

 

Unterschied zwischen Ost und West gering

 

Als ein ausreichendes Versorgungsniveau wurde dabei im Rahmen der Studie unter Berücksichtigung der Versorgungssituation des Haushaltsvorstandes ein Alterseinkommen von mindestens 700,– Euro monatlich (angenähert: Grundsicherungsbedarf im Alter zzgl. Sozialbeiträge) sowie eine Ersatzquote von mindestens 60 Prozent des letzten Bruttoeinkommens vor Ruhestandseintritt angenommen.

Der Unterschied zwischen den neuen und den alten Bundesländern ist dabei nur gering. Während im Westen gegenwärtig 56,5 Prozent der Anspruchsberechtigten aus Schicht 1 und 2 in der Lage sind, ein gesichertes Alterseinkommen zu erzielen, sind es im Osten 54,6 Prozent. Die im Vergleich mit den deutlich höheren Unterversorgungsquoten, die bei alleiniger Betrachtung der ersten Schicht (GRV, BV und BSV) resultieren würden, zeigt, dass die sozialpolitische Flankierung der Rentenreformen durchaus funktioniert, wenn Sie genutzt wird.

 

Doch Vorsicht: Aus diesem ersten Befund darf keinesfalls geschlossen werden, dass in Sachen aktiver Vorsorge Entwarnung gegeben werden kann. Denn zum Einen nutzen bei weitem nicht alle Erwerbstätigen die zweite Schicht der Zusatzvorsorge bereits. Ende 2007 verfügten etwa 21 Millionen Personen über Ansprüche in Schicht 1 und 2.

 

Besonders jüngere und mittlere Jahrgänge mit Handlungsbedarf

 

Zum anderen zeigt sich, dass diese Ansprüche relativ ungleich verteilt sind. Dies gilt insbesondere für die verschiedenen Altersklassen. Vor allem die Jüngeren haben durch die Reformen der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) seit 2001 eine ungünstigere Ausgangslage in der 1. Schicht. In der GRV, die für die breite Bevölkerung den wichtigsten Altersvorsorgebaustein darstellt, haben 50 Prozent der Versicherten zwischen 20 und 35 Jahren Ansprüche von weniger als 958,– Euro

monatlich beziehungsweise eine Ersatzquote von weniger als 36,1 Prozent

zu erwarten.

Im Vergleich zu den 50- bis 65-jährigen GRV-Versicherten müssen die Jüngeren eine gut 14 Prozentpunkte niedrigere durchschnittliche Ersatzquote durch private Vorsorge kompensieren. Die Jüngeren haben bereits erkannt, dass die GRV für sie tendenziell nur noch die Funktion einer Basisversorgung haben wird. Entsprechend handeln sie auch. So „riestert“ im Bundesschnitt schon fast jeder zweite Berechtigte im Alter zwischen 20 und 35 Jahren.

 

Link zum Institut Forschungszentrum für Generationenverträge

 

Link zum interaktiven Altersvorsorge Atlas

 

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